Anleitung zum Bau eines Terrariums aus OSB

Nachfolgend eine sehr schöne Anleitung zum Bau eines Terrariums aus OSB in der Größe 150/110/70 cm. Die nachfolgenden Bilder sowie die Anleitung stammen von Dirk Heinrich.

Terrarienbau aus OSB (150 x 110 x 70 cm)

Bild 1 © by Dirk Heinrich.

Der Korpus

Diese Anleitung soll nur eine kleine Hilfestellung sein. Alles ausführlich und bis ins kleinste Detail aufzuführen, würde in ein Buch passen! 
Bevor es mit dem Bau eines Terrariums losgeht, sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen sein Vorhaben genau zu planen.
Was benötige ich alles an Baumaterial?
Bekomme ich die Materialien ohne große Umwege im Baumarkt?
Gibt es im Baumarkt die Möglichkeit, Holzplatten zuschneiden zu lassen?
Besitze ich das notwendige Werkzeug?
Diese und andere Fragen kann ich in meinem Fall mit „JA“ beantworten. Nur durch eine gute Planung kommt man zum Ziel und erfreut sich an seinem Ergebnis!

Bild 2 © by Dirk Heinrich.

Das für mich Wichtigste war das Anfertigen einer Bauzeichnung. Das hört sich vielleicht für den ein oder anderen übertrieben an, erspart aber unnötigen Ärger. 
Mein Terrarium besteht aus 15mm (Materialstärke) OSB-Platten. 
Begonnen habe ich mit der Bodenplatte, auf der ich jeweils an jeder Seite gehobelte Kanthölzer aufgeschraubt habe. Wichtig dabei ist, diese Kanthölzer so zu verschrauben, das die Seiten und die Rückwand auf der Bodenplatte bündig aufliegen. Man muss also, bevor man die Kanthölzerverschraubt, die Stärke der OSB Platten in Abzug bringen. Nach diesem Vorgang habe ich dann die anderen 3 Seiten (rechts, links, hinten) montiert. Das ganze ebenfalls wieder mittels verschraubten Kanthölzern. Das bis dahin fertige Ergebnis seht Ihr auf Bild 2.

Bild 3 © by Dirk Heinrich.

Der nächste Schritt war das Anbringen der oberen Blende. An dieser Blende werden später die Scheibenführungen montiert. Zusätzlich habe ich zwei Verstrebungen, die die obere Blende mit der Rückwand verbindet, zur Stabilität mit verbaut.
Diese Verstrebungen dienen in meinem Fall auch für die Montage des Zwischenbodens, über dem sich später die gesamte Lichtanlage befindet. Mehr dazu später... 
Die beiden senkrecht angebrachten Hölzer an den Zwischenstreben verhindern ein Durchhängen des Deckels! Auf Bild 3 ist der schon montierte Deckel zu sehen. Diesen habe ich zweckmäßigerweise mit Scharnieren versehen, um später an der montierten Lichtanlage Veränderungen vornehmen zu können. Der Deckel besteht aus MDF und ist zweiteilig.
Hier kann aber selbstverständlich auch OSB zum Einsatz kommen.
Im hinteren Teil werden später Belüftungen eingelassen.

Bild 4 © by Dirk Heinrich.

Weiter ging es mit der unteren Blende. Bevor ich diese ans Terrarium verschraubt habe, musste ich noch die Öffnungen für die Lüftungsgitter schneiden. Nach Abschluss wurden die Gitter eingesetzt und von der Innenseite mit Gage (eine Art Fliegengitter) angetackert. Die Gage ist nicht zwingend erforderlich wenn man Lüftungsgitter mit einem max. Lochdurchmesser von 1.5mm verbaut!
Spätestens in dieser Bauphase (Bild 4) hat das Terra eine Grundstabilität, das man es ohne weiteres transportieren könnte.

Bild 5 © by Dirk Heinrich.

Jetzt ging es an die Montage des Zwischenbodens.

Auch hier sollten wieder Kanthölzer zum Einsatz kommen. Diese werden an den beiden Seiten, der Rückwand und der oberen Blende verschraubt.

Nur so ist es möglich den Zwischenboden zu verschrauben (Bild 5).

Bild 6 © by Dirk Heinrich.

Vorher sollte man jedoch auch hier die Ausschnitte für die Belüftung (Bild 6) nicht vergessen. Wer will schon mit einer Stichsäge „über Kopf“ arbeiten!? Diese Ausschnitte sind dann auch auf dem eigentlichen Deckel zu übertragen und auszusägen, da sich sonst die Luft im Zwischenboden staut. Das darf auf keinen Fall passieren! Wichtig ist die Luftzirkulation im Terrarium!

Kurze Anmerkung:
Die weißen Linien dienen nicht zur Verschönerung, das ist Aquariensilikon. Damit habe ich jeden Stoß abgezogen, das bringt zusätzliche Stabilität. Ist aber nicht zwingend erforderlich, da dieses Silikon auch seinen Preis hat. Bis zu diesem Abschnitt ab ich ca. 2 Tuben verbraucht.

Bild 7 © by Dirk Heinrich.

Da ich mein Terra als optisch ziemlich „wuchtig“ empfunden habe, kam mir die Idee, an der rechten Seite eine Scheibe einzuarbeiten. Ich hab das schon bei vielen anderen Terrarien gesehen. Also nicht wirklich meine Idee. Ist ja auch egal.

Mit einer Stichsäge wurde das entsprechende Loch ausgeschnitten und die Scheibe eingelassen. Dabei ist es sehr wichtig, den Ausschnitt an jeder Seite ca. 2 mm größer als die Scheibe ist, auszuschneiden. Holz arbeitet! Würde die Scheibe fest im Ausschnitt sitzen, könnte es passieren das sie reißt. In meinem Fall ist die Scheibe also „schwebend“ verklebt. Das heißt, das sie zu keiner Seite mit dem Holz in Berührung kommt. Zum Einkleben habe ich wieder Aquariensilikon verwendet.

Das Einkleben ist keine leichte Angelegenheit! Schon gar nicht, wenn man es so wie ich macht. Am besten man nimmt sich jemanden zur Hilfe. Bis hier hin ist soweit alles fertig. Jetzt geht’s los mit den Kleinarbeiten. Die Führungsschienen für die Scheiben hab ich mit „Pattex-Montagekleber“ auf der oberen und unteren Blende sowie an beiden Seiten aufgeklebt. Führungsschienen an den Seiten sind nicht unbedingt erforderlich, gefällt mir aber besser (Bild 7)!

Jede einzelne Schraube, die ich bis zu dieser Bauphase verbaut habe, wurde versenkt eingeschraubt und mit einer geeigneten Spachtelmasse zugespachtelt. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit „Molto-Holzspachtel“ gemacht.

Die Beleuchtung

Bild 8 © by Dirk Heinrich.

Gedanken hab ich mir über die Beleuchtung gemacht. Diese wird, wie schon angesprochen, über den Zwischenboden und unter dem Deckel montiert. Es ist hier anzuraten, das mit größter Sorgfalt gearbeitet wird.

Holz brennt, wie jeder weiß. Nur durch eine korrekte Montage der Beleuchtung und die anschließende genau so korrekte Verkabelung kann man böse Überraschungen vermeiden.

So sieht die Installation bei mir aus (Bild 8):
Rechts und links befinden sich die HQI-Strahler zu je 70 Watt. Diese sind dreh und schwenkbar und sollten nur bei höheren Terrarien eingebaut werden. Die Vorschaltgeräte sind im hinteren Teil positioniert. Zusätzlich ist noch eine Neonröhre mit 40 Watt und ein Reflektor am Zwischenboden montiert.

In der Mitte habe ich einen runden Reflektor für die UV Beleuchtung in den Zwischenboden eingelassen.
(Anmerkung: Arbeiten an elektrischen Anlagen/Leitungen dürfen nur von Fachkundigen ausgeführt werden!)

Bild 9 © by Dirk Heinrich.

Als UV Beleuchtung verwende ich eine Kompakt Sparlampe mit 23Watt.
In diesem Terra werden zwei Sonnenplätze integriert. 
Dafür verwende ich zwei 75Watt „PAR-Halogenstrahler“ mit einem Abstrahlwinkel von je 30 Grad. Diese Strahler sollten mit einem geeigneten Steckdosendimmer betrieben werden, um die Temperatur im Terrarium besser steuern zu können. 

Ein Sonnenplatz ist auf dem Bild (Bild 9) zu sehen, genauso wie die schon angesprochene Neonröhre mit Reflektor.

Bild 10 © by Dirk Heinrich.

Als sehr gute Alternative einer UV Bestrahlung wird die OSRAM VITALUX 300Watt empfohlen. Diese wollte ich auch in meinem Terra als „Festeinbau“ einsetzen, leider war dies nicht so einfach, da ein Abstand zum Tier von mindestens 80cm eingehalten werden sollte. Da bei mir nur 90 cm zur Verfügung stehen und ich noch die Sandhöhe von 10cm abziehen muss, bleiben 80cm
übrig.

Jetzt könnte man doch eigentlich eine Vitalux einbauen. Leider muss auch noch die Einbaulänge der Vitalux inklusive Fassung (ca. 20m) abgezogen werden. Das Problem habe ich folgendermaßen gelöst:
Über dem Reflektor für die UV-Sparlampe, habe ich ein gebogenes Edelstahlblech mit einer entsprechenden Bohrung zur Aufnahme der Keramikfassung befestigt (Bild 10).

Bild 11 © by Dirk Heinrich.

Die Vitalux wird jetzt, dank des relativ langen Schaftes den sie hat, einfach durch den ersten Reflektor hindurch, eingeschraubt. Somit stimmt der Mindestabstand von 80cm zum Tier! WICHTIG: Die OSRAM VITALUX sollte immer senkrecht verbaut werden, da sonst, wenn sie in Betrieb ist, keine gleichmäßige Kühlung der Lampe erfolgt und es somit zum vorzeitigen Ausfall
kommen könnte!!! WICHTIG: Alle Lampen sollte man mit KERAMIK- FASSUNGEN betreiben, da diese extrem heiß werden!!!
Rechts ein Bild, auf dem das Terrarium soweit fertig ist (Bild 11)!

Felsrückwand

Bild 12 © by Dirk Heinrich.

Jetzt kommt für mich das schönste am Bau eines Terrariums, der Innenausbau!
Die Felsrückwand wird bei mir aber erst verbaut, wenn das Terra seinen eigentlichen Standplatz im Wohnzimmer erreicht hat. Der Transport in die 3. Etage wird ziemlich kompliziert. Ich schätze das Gewicht so auf ca. 100kg.
Abgestellt wird das Terra auf 4 Ytong (Gasbetonsteine) Steinen. Diese werden ebenfalls mit zurechtgeschnittenen OSB Platten verkleidet, somit dient diese Konstruktion als Sockel (Bild 12). 
Meistens wird für den Rückwandbau Styropor verwendet. Auch dieses Material bringe ich zum Einsatz, da es sich sehr leicht verarbeiten lässt. Ich verwende 5cm starke Styroporplatten. Mit diesen Platten habe ich als erstes die Rückwand und die Seitenwände ausgekleidet. Zum Verkleben kann man Aquariensilikon oder speziellen (hochwertigen) Styroporkleber verwenden. Bei der Verklebung sollte man darauf achten, dass die Übergänge von der Seitenwand zur Rückwand gut verklebt sind. Es sollten also keine Spalten auftreten, da sich hier Futterinsekten verkriechen könnten!!!

Bild 13 © by Dirk Heinrich.

Sind diese Arbeiten abgeschlossen, lasse ich die Verklebung 24h trocknen.
Nach der Trocknung habe ich aus zurechtgeschnittenen Styroporstücken Terrassen und Vorsprünge modelliert und diese dann ebenfalls verklebt. Nach einer weiteren Trocknungszeit von 24 Stunden begann das gesamte Modellieren der Rück und Seitenwände. Benötigt wurde dafür ein scharfes Messer, eine Spachtel, Pinsel, Universalverdünnung sowie eine Heißluftpistole.
Beim Arbeiten mit der Verdünnung und der Heißluftpistole sollte man Vorsicht walten lassen!
Die Verdünnung frisst sich sehr schnell ins Material ein, genauso wie die Heißluftpistole. Am besten man probiert es erst mal an einem Rest Styropor aus.
Das Ergebnis seht Ihr auf dem rechten Bild (Bild 13).

Bild 14 © by Dirk Heinrich.

Wenn alles fertig und das Gesamtbild ansprechend ist, kann es mit dem Fliesenkleber weitergehen. Unbedingt flexiblen Fliesenkleber verwenden!
Dieser wird beim ersten Anstrich zu einer dickflüssigen Masse angerührt und mit einem Pinsel auf die Wände aufgetragen. Insgesamt trage ich 3 Schichten auf, wobei die erste Schicht nicht ganz so dickflüssig aufgetragen werden sollte. Zwischen den einzelnen Schichten hab ich eine Trocknungszeit von 24 Stunden eingehalten.
Rechts ein Bild, das den ersten Anstrich zeigt (Bild 14).

Bild 15 © by Dirk Heinrich.

Farblich kann man die Wände mit Abtönfarben gestalten. Auch hier sind eventuell mehrere Schichten erforderlich. Um die Rückwand griffig zu machen, habe ich während des dritten Anstrichs mit Fliesenkleber einfach roten Terrariensand an die Rückwand geworfen. Dabei sollte man in kleinen Schritten arbeiten, da sonst der Kleber angetrocknet ist und der Sand nicht 100%ig haftet! Sind nach dem Bewerfen noch freie Stellen, wo der Sand nicht richtig haftet, kann man hinterher mit Holzleim und Sand die Stellen nachbearbeiten, einfach den Leim mit etwas Wasser anrühren. Die erforderlichen Stellen einstreichen und mit Sand bewerfen. Vor der Nachbearbeitung die Trocknungszeit beachten!

Soweit sollte eigentlich alles fertig sein (Bild 15).
Wenn alles durchgetrocknet ist, kann in das Terrarium ein Sand-Lehm-Gemisch, der als Bodengrund dient, eingebracht werden. Nach dem die Rückwand fertig ist, lasse ich das Terrarium ca. 3-4 Tage bei Zimmertemperatur austrocknen.
Nach der Trocknung kommen die Äste ins Terrarium. Diese sollten gut gesichert verbaut werden. Sie sollten auf keinen Fall durch die Tiere zum umkippen kommen. Bei mir sind sämtliche Klettermöglichkeiten mit der Bodenplatte verschraubt. Die Schrauben sind aber zu jeder Zeit zugänglich und können im Bedarfsfall gelöst werden, um die Äste zu reinigen. Fehlt nur noch der Bodengrund. Dieser besteht aus einem Sand-Lehmgemisch im Verhältnis 5 zu 1.

Bild 16 © by Dirk Heinrich.

Ein Beispiel:
Auf 50kg Sand mische ich 10kg Lehm unter. Mit ein wenig Wasser wird alles gut vermischt.
Der Lehm dient als Festigungsmaterial. Damit sind die Tiere in der Lage, sich Löcher/Höhlen zu buddeln, ohne das alles zusammenfällt. Das endgültige Ergebnis ist auf dem rechten Bild (Bild 16) zu sehen.

Jetzt beginnt die Einlaufphase (Testphase) des Terrariums.
Damit ist gemeint, dass das Terra OHNE Tierbesatz und mit VOLLEM Beleuchtungszyklus über 3 Tage lang betrieben werden sollte. Stimmen alle Temperaturen? Sind Zonen zum Abkühlen vorhanden? Schalten sich alle Beleuchtungseinheiten, wenn mit einer oder mehreren Schaltuhren gearbeitet wird, zur eingestellten Uhrzeit ein und auch wieder aus?

Wenn ja, steht dem Einzug eines Tieres nichts mehr im Wege! Die Einlaufphase ging bei mir ohne weitere Probleme über die Bühne. Alle erforderlichen Temperaturen sind stabil.

Temperaturen

Hier zeigt sich meiner Meinung nach, dass eine sorgfältige Planung eines solchen Projektes sehr wichtig ist!

Zu guter Letzt

möchte ich noch an alle, die mich im Forum mit Ratschlägen versorgt haben, danken!!!
Den ganzen Terrarienbau mit allem was dazu gehört, konnte ich mit Hilfe dieser Homepage und speziell dem damit verbundenen Forum realisieren!!!

Viel Spaß beim Bauen!

Es grüßt Dirk Heinrich

Weitere Anleitungen für den Terrarienbau:

Terrarium aus OSB Sehr schöne Anleitung zum Bau eines Wüsten-Terrariums aus OSB von Dirk Heinrich. Dirk erklärt seinen kompletten Terrarienbau einschl. Korpus, Beleuchtung und Rückwand. Dieses Terrarium ist optimal für Bartagame geeignet!

Wüstenterrarium Hervorragende Anleitung zum Bau eines Wüsten-/ bzw. Steppenterrariums. Ihr könnt die Anleitung als PDF-Dokument direkt und kostenlos downloaden!

Rückwand # 1 Anleitung zum Bau einer Terrarienrückwand, die sehr gut für Agamen geeignet ist.

Rückwand # 2 Anleitung zum Bau einer Terrarienrückwand, die optimal für Bartagame geeignet ist. Nach dieser Anleitung habe ich meine Rückwand gebaut.

Rückwand # 3 Anleitung zum Bau einer Terrarienrückwand von Manuel aus Sauensiek. Diese Anleitung ist sehr ausführlich beschrieben.

Mein Buchtipp:

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