Auf dieser Seite geht es vorrangig um Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni). Die meisten Informationen, die ihr hier findet, sind natürlich übertragbar auf andere Bartagamenarten (z.B. auf Pogona vitticeps, Pogona barbata, Pogona mitchelli, Pogona minor).

Wichtig: Falls Ihr mit dem Gedanken spielt, Euch Bartagamen anschaffen zu wollen, so informiert Euch unbedingt vorher über die Haltungsbedingungen, die Kosten sowie den Pflegeaufwand. Dazu empfehlen wir Euch wärmstens diese Fachliteratur:

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Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Die Zwergbartagame ist die kleinste aller Bartagamen-Arten. Bis zu 30 cm Gesamtlänge erreichen diese Tiere. Kopf-Rumpf-Länge beträgt bis zu 13 cm, der Rest ist Schwanz. Nicht immer, aber häufig sind die Männchen zierlicher als die Weibchen.

Auch wenn junge Bartagamen (Pogona vitticeps) gern als Zwergbartagamen verkauft werden, sind beide Arten optisch leicht zu unterscheiden. Im Gegensatz zu den Bartagamen ist der Kopf der Zwergbartagamen nicht dreieckig, sondern rundlich geformt.

Stacheln sind deutlich weniger vorhanden und teilweise nur angedeutet. Am besten lässt sich dies an den Stachelkränzen im Nacken und am Bart erkennen. Das ist auch der Grund, weshalb der Bart weniger aufgestellt werden kann. Ihr Imponierverhalten ähnelt eher einem leichten Aufblähen. Der Bart weist dabei kaum Farbwechsel auf.

Zwergbartagamen sind meist sandfarben bis hin zu Gelb- und hellen Olivtönen. Die Rückenzeichnung ist kräftig gefärbt und besteht aus mehreren ovalen bis kreisrunden Flecken.

Lebensweise

Zwergbartagamen (Pogona henrylawsoni) stammen aus dem Nordosten Zentralaustraliens, genauer aus dem Bundesstaat Queensland. Im Gegensatz zu anderen Bartagamen-Arten ist über die Zwergbartagamen kaum etwas bekannt, außer, dass sie ausschließlich in Halbwüsten leben.
Queenslands Bodenbeschaffenheit ändert sich von Südwesten bis Osten. Im Südwesten ist sandige Wüste, die Richtung Osten zu Grau- Braun- und Ascheboden und schließlich zu Schwarzerde wird. Zwergbartagamen leben vor allem in Gebieten mit grau-braunem Sand und Schwarzerde. Deshalb werden sie auch als Schwarzerde-Agamen bezeichnet. Der Name Lawson-Agame meint ebenfalls die Zwergbartagame, wird heute aber nur noch selten verwendet. Ihren Namen verdanken sie dem australischen Autor und Dichter Henry Lawson.

Schwarzerde ist sehr fruchtbar und nicht mit Wüstensand zu vergleichen. Auf Niederschläge in den Sommermonaten folgt ein Pflanzenbewuchs, der schon fast den Namen Weideland verdient. Gräser und Büsche gehören zur Heimat der Zwergbartagamen, reine Wüstentiere sind sie nicht.
Die kleinen Agamen sind Einzelgänger und finden nur zur Paarungszeit zusammen, um direkt danach wieder eigene Wege zu gehen. Sie sind sehr aktiv, laufen in der Natur kilometerweit auf der Suche nach Grünfutter, lauern als Ansitzjäger Insekten auf, die sie sprintend verfolgen und springen sogar in die Höhe, um Fluginsekten zu erreichen.

Haltung

Bei guter Haltung erreichen Zwergbartagamen ein Alter von 10 bis 15 Jahren.

Die Haltung ähnelt der der verwandten Bartagamen (Pogona vitticeps). Da Zwergbartagamen zwar kleiner, aber nicht selten lebhafter sind als ihre größeren Verwandten, sollte bei der Haltung nicht an Platz und Klettermöglichkeiten gespart werden.

Terrarium

Eine Grundfläche von 200 x 80 cm hat sich für die Haltung von ein bis drei Tieren bewährt. Das empfohlene Mindestmaß liegt zwar mit 150 cm Länge darunter, doch gibt es zahlreiche Zwergbartagamenhalter, die es bereuen, nicht gleich größer gebaut zu haben, weil sich dieses Mindestmaß für die aktiven Tiere doch als zu klein erwiesen hat. Größer darf das Reptilienheim natürlich immer sein. Die Höhe sollte mindestens 60 cm betragen und ist von der eingesetzten Beleuchtung abhängig. Erfahrungsgemäß ist eine Höhe von 100 cm optimal, weil sie die besten Möglichkeiten für den Einsatz der Beleuchtung bietet.

Ein Terrarium mit Schiebetüren als Frontöffnung ist gegenüber Behältern, die wie Aquarien oben offen sind, vorzuziehen. Warme Luft steigt bekanntlich nach oben und Becken, die oben offen sind, halten kaum dauerhaft Wüstentemperaturen.

In Glasterrarien lassen sich die Tiere gut beobachten, doch leider bieten sie kaum Rückzugsmöglichkeiten. Um den Tieren unnötigen Stress zu ersparen, sollte das Terrarium nur vorne Einsicht bieten. Da Agamen außerdem gern an der Scheibe kratzen, entstehen schon nach kurzer Zeit Kratzer, weil immer etwas Sand an den Füßen der Tiere haftet.

Holzterrarien haben den Vorteil der besseren Isolierung, sodass weniger Wärme verloren geht und Energie gespart wird. Wird die Beleuchtung am Abend nicht gedimmt, sondern abgeschaltet, kühlen diese Terrarien langsamer aus als Glasterrarien.

Holz lässt sich gut verarbeiten und hat im Vergleich zu Glas einen deutlich geringeren Preis. Neben Massivholz kann auch das noch günstigere OSB eingesetzt werden. Dieses ist für die Haltung von Regenwaldtieren weniger geeignet, für Reptilien aus trockenen Gebieten aber ideal. Dennoch sollten Holzteile mit Exponitharz versiegelt werden, damit weder Wasser noch Exkremente einziehen können.

Beleuchtung

Die Beleuchtung des Terrariums ist ausschlaggebend für die erfolgreiche Haltung von Zwergbartagamen. In ihrer ursprünglichen Heimat gibt es nur wenig Schutz vor der Sonne. Es ist hell, warm und die Sonnenstrahlen liefern den Tieren benötigte UV-Strahlen. Es gilt, so weit wie möglich halbwüstenähnliche Bedingungen zu bieten.

Licht

Das Zwergbartagamen-Terrarium sollte so hell wie möglich sein. Das wird mit dem Einsatz sogenannter Halogen-Metalldampflampen erreicht. HCI- und HQI-Leuchten sind am besten geeignet. Deren Brenner tragen Bezeichnungen, die Hinweise auf Farbtemperatur und -spektrum geben.

Brenner mit der Bezeichnung „D“ haben eine Farbtemperatur von etwa 5200 Kelvin und ähneln der Sonne mit 5500 Kelvin. Ihr Farbwiedergabeindex liegt bei etwa 92 RA und somit nur geringfügig unter dem RA der Sonne von 100. Andere Hersteller verwenden lediglich Zahlen. Die Angabe 952 gibt an, dass die Lampe 90RA und 5200 Kelvin ausgibt. Bei 865 wären es 80 RA und 6500 Kelvin usw.
Quecksilber-Dampflampen (HQL) werden zwar ebenfalls empfohlen, doch erreichen sie nicht die Helligkeit von HQI- und HCI-Lampen. Zusätzlich eingesetzte T5-Leuchtröhren leuchten alle schattigen Bereiche des Terrariums aus, die die Metalldampflampen nicht erreichen. Außerdem lassen sich mit ihnen Morgen- und Abenddämmerung nachbilden.

Diese Lampen bilden die Helligkeit der Wüste nach. Für Wärme und UV-Strahlung ist weitere Beleuchtung notwendig.

Wärme

Die erforderliche Wärme an Sonnenplätzen wird mit dem Einsatz von Spotstrahlern erreicht. Hierfür können spezielle Terrarienlampen, aber auch einfache Halogenspots (60-120 W) aus dem Baumarkt verwendet werden. Die durchschnittliche Temperatur im Terrarium von Zwergbartagamen sollte bei 30°C liegen, welche am besten mit einem Thermometer kontrolliert wird. Dabei entstehen verschiedene Temperaturzonen zwischen 20°C und 40°C. Die Sonnenplätze sollten den wärmeliebenden Reptilien Temperaturen zwischen 40°C und 50°C bieten.
Nachts sollte die Temperatur nicht unter 20°C fallen.

UV

UV-Strahlung ist wichtig für die Bildung von Vitamin D3. Sie beugt Stoffwechselerkrankungen und Rachitis vor.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Zwergbartagamen die nötige UV-Strahlung zu bieten. Mit speziellen Tageslichtlampen, wie die Osram Vitalux 300W, werden die Tiere täglich für 20-30 Minuten bestrahlt. Die Lampe kann fest in das Terrarium installiert werden. Hierfür ist aber ein Abstand von 80 -100 cm zu den Tieren einzuhalten.

Eine weitere und inzwischen beliebtere Möglichkeit ist der Einsatz von UV-Lampen, die ganztägig angeschaltet bleiben. Hier hat sich unter anderem die Lucky Reptile Bright Sun UV Desert bewährt, die zusätzlich Wärme wie auch Licht spendet und dabei sehr energiesparend arbeitet. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Zwergbartagame wirklich genug UV-Strahlung bekommt, kann sie zusätzlich ein- bis zweimal wöchentlich mit der Osram Vitalux bestrahlen.

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit sollte ganzjährig bei 30-40% liegen. Im Juli-August kann sie kurzzeitig etwas höher sein, denn auch in der eigentlichen Heimat der Zwergbartagamen erhöht sich die Umgebungsfeuchte dank vermehrter Niederschläge in den Sommermonaten. Das lässt sich mit dem Umstellen der Wasserschale in die Nähe von Sonnenplätzen oder auch ganz leichtem Einsprühen einigen Flächen umsetzen.

Bodengrund

Als Bodengrund eignet sich handelsüblicher Sand für Wüstenterrarien oder ein Sand-Lehm-Gemisch aus 10 Teilen Spielzeugsand und 1 Teil Lehmpulver. Letzteres bildet nach dem Austrocknen einen festen und grabfähigen Boden.

Eine Höhe von 10-15 cm ist optimal. Bei einer Pärchenhaltung sollten einige Stellen zwecks Eiablage bis zu 30 cm hoch eingestreut sein.

Einrichtung

In Halbwüsten gibt es wenig Pflanzenwuchs, aber doch deutlich mehr als in Wüsten.

Zwergbartagamen klettern jedoch wenig auf Sträucher und Büsche, sondern sind mehr auf Felsen unterwegs. Das Terrarium für Pogona henrylawsoni sollte deshalb nicht zu überladen, aber auch nicht zu spartanisch eingerichtet sein. Kletter- und Versteckmöglichkeiten sind genauso wichtig wie die Möglichkeit, Sprints zur Jagd von Beutetieren einzulegen.

Mit Hilfe von Styropor können wunderschöne Rück- und Seitenwände gestaltet werden, die einer Felswand ähneln. Hierzu bietet das Internet zahlreiche Anleitungen. Nachgebildete Felsvorsprünge vergrößern zugleich die Nutzfläche eines Terrariums.

Als Kletter- und Versteckmöglichkeit eignen sich Wurzeln, Äste und Korkröhren.

Einrichtungsgegenstände sollten zunächst im Backofen desinfiziert werden, bevor sie in das Terrarium gesetzt werden. Grundsätzlich kann das Agamen-Heim auch mit Steinen gestaltet werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass kein Stein verrutschen und womöglich ein Tier verletzen kann. Steine in der Nähe von Sonnenplätzen heizen sich stark auf und werden von Reptilien gerne aufgesucht. Die Temperatur sollte deshalb im Vorfeld kontrolliert werden, um Verbrennungen zu vermeiden.

Eine große, aber flache Wasserschale dient dem Trinken und Baden zugleich.

Ernährung

Zwergbartagamen sind Omnivoren, das heißt, sie ernähren sich sowohl von tierischen als auch von pflanzlichen Bestandteilen. Im Vergleich zur Streifenköpfigen Bartagame vertragen die Schwarzboden-Agamen tierische Kost besser. Der Insektenanteil sollte dennoch bei maximal 60% liegen, gegenüber 40% Pflanzenkost. Neigt eine weniger aktive Zwergbartagame zu Übergewicht, wird der Insektenanteil zugunsten des Pflanzenanteils gesenkt.

Tierische Nahrung

In den ersten Lebensmonaten fressen Zwergbartagamen überwiegend Tierisches.

Auf Fertigfutter und getrocknete Insekten sollte verzichtet werden. Lebende Beutetiere wecken den Jagdtrieb, dienen der Beschäftigung und beugen Übergewicht vor. Geeignet sind Heimchen, Grillen, kleine Heuschrecken und Schaben. Mehlwürmer, Zophobas und Wachsmottenlarven sind sehr fetthaltig und werden deshalb nur gelegentlich gegeben. Beutetiere sollten maximal so groß sein wie das Agamen-Maul breit ist, um ein mögliches Verschlucken und Ersticken vorzubeugen.

Pflanzliche Nahrung

Grünfutter eignet sich bestens als Reptilienfutter und lässt sich auch gezielt anbauen. Dazu gehören unter anderem Brennnessel, Gänseblümchen, Löwenzahn, Vogelmiere, Gartenkresse, Ringelblume, Spitz- und Breitwegerich. Obstbaum- und Haselnussblätter können ebenfalls versuchsweise angeboten werden, ebenso alle auch für Menschen essbaren Blüten. Heilkräuter bzw. alle Kräuter mit hohem Anteil ätherischer Öle werden nur gelegentlich gegeben.

Von den Gemüsesorten sind vor allem Radicchio, Romana-Salat und Möhrengrün geeignet. Gurke und Eisbergsalat enthalten kaum Nährstoffe. Möhren sollten aufgrund ihres hohen Zuckergehalts nicht täglich gegeben werden.

Obst enthält viel Zucker, welches das Darmmilieu der Tiere negativ beeinflusst und Hefepilzinfektionen begünstigt. Es dient deshalb nur als gelegentliche Leckerei. Geeignet sind vor allem Beeren, Mango, Melone, seltener auch Äpfel und Birnen.

Zusätze

Um ernährungsbedingte Mangelerscheinungen vorzubeugen, ist die Gabe zusätzlicher Mineralstoffe und Vitamine zu empfehlen, z.B. Herpetal Complete T. Mit diesem Pulver können Futtertiere und Grünfutter bestäubt werden. Zusätzlich wird zerriebene Sepiaschale oder Muschelgrit angeboten, damit sich die Zwergbartagamen bei Bedarf selbstständig bedienen können.

Vergesellschaftung

Zwergbartagamen sind absolute Einzelgänger. Eine Vergesellschaftung ist aus diesem Grund abzulehnen. Ihr Habitat mit einem Artgenossen teilen zu müssen, setzt die Tiere unter großen Stress.
Männchen bekämpfen sich untereinander bis zum Tod. Sollten doch einmal zwei scheinbar friedlich miteinander leben, liegt es daran, dass eines der Tiere in eine so devote Haltung übergeht, dass es sogar die typischen männlichen Geschlechtsmerkmale zurückbildet und den Eindruck eines Weibchens macht. Das ist für dieses Tier die einzige Möglichkeit, zu überleben, denn eine Flucht aus dem Terrarium ist ihm nicht möglich.

Die Vergesellschaftung von Weibchen gelingt meist besser, doch auch zwischen ihnen kann es zu Kämpfen kommen. Genauso wenig schützt die Pärchenhaltung vor Auseinandersetzungen. Da Männchen ihr Weibchen gelegentlich stark drangsalieren, wird eine Zusammensetzung von einem Männchen mit zwei Weibchen empfohlen.

Grundsätzlich ist die Vergesellschaftung aber abzulehnen und gehört - wenn überhaupt - nur in sehr erfahrene Hände mit entsprechendem Platzangebot.

Winterruhe

Zu einer artgerechten Zwergbartagamen-Haltung gehört eine Winterruhe. Diese dauert um die zwei bis drei, selten bis zu vier Monate an. Zwischen Oktober und November beobachten viele Halter, dass ihre Tiere ruhiger werden und sich auf die Winterruhe vorbereiten.

Zuvor sollten die Zwergbartagamen noch einmal tierärztlich untersucht werden. Eine Kotuntersuchung ist wichtig, um einen Parasitenbefall auszuschließen. Dies wird am besten Ende August bis Anfang September in Angriff genommen, damit bei Bedarf noch etwas Zeit für eine Parasitenbehandlung bleibt.

Außerdem wird drei Wochen vor der Winterruhe die Insektenfütterung eingestellt und etwa eine Woche später das Füttern ganz eingestellt. Das führt zur Entleerung des Darms, die zusätzlich durch Baden in lauwarmem Wasser unterstützt werden kann. Die Beleuchtung wird schrittweise reduziert.
Für die Winterruhe müssen die Tiere ihr Terrarium nicht verlassen, wenn Temperaturen von 18-20°C nicht überschritten werden. Das Abhängen mit einem Tuch schützt vor äußeren Reizen. Alternativ können Reptilien auch in Kisten mit einem Sand-Erde-Gemisch an einen kühleren Ort mit etwa 15-18°C gebracht werden.

Für gewöhnlich beenden Zwergbartagamen ihre Winterruhe von sich aus. Rühren sich die Tiere jedoch nicht, kann langsam die Beleuchtung hochgefahren werden, um das Ende des Winters zu simulieren.

Die Angst vieler Halter, ihre Zwergbartagamen würden die Winterruhe nicht überleben, ist meist unbegründet. Kranke und abgemagerte Tiere sollten aber nicht in die Winterruhe geschickt werden. Jungtiere im ersten Jahr werden zu keiner Winterruhe gezwungen. Ziehen sie sich aber von sich aus zurück, sollte es ihnen nicht verwehrt werden.

Gelegentlich legen die kleinen Agamen auch im Sommer eine kurze Ruhepause ein, um extreme Trockenzeiten zu überstehen. Einige zeigen dieses Verhalten auch als Heimtier. In so einem Fall muss an der Beleuchtung nichts geändert werden. Es sollte lediglich kontrolliert werden, ob die Luftfeuchtigkeit hoch genug und das Grünfutterangebot ausreichend ist.

Terrarienbau

Die Terrarien-Anleitungen sind nicht zwingend nur für Zwergbartagame geeinet, ebenso fühlen sich Pogona vitticeps darin sehr wohl. Zwergbartagame profitieren natürlich deutlich, da sie wesentlich kleiner sind.

Anleitungen für den Terrarienbau auf Zwergbartagamen.de:

Terrarium aus OSB Sehr schöne Anleitung zum Bau eines Wüsten-Terrariums aus OSB von Dirk Heinrich. Dirk erklärt seinen kompletten Terrarienbau einschl. Korpus, Beleuchtung und Rückwand. Dieses Terrarium ist optimal für Zwergbartagame und Pogona vitticeps geeignet!

Wüstenterrarium Hervorragende Anleitung zum Bau eines Wüsten-/ bzw. Steppenterrariums. Ihr könnt die Anleitung als PDF-Dokument direkt und kostenlos downloaden!

Rückwand # 1 Anleitung zum Bau einer Terrarienrückwand, die sehr gut für Agamen geeignet ist.

Rückwand # 2 Anleitung zum Bau einer Terrarienrückwand, die optimal für Bartagame geeignet ist. Nach dieser Anleitung habe ich meine Rückwand gebaut.

Rückwand # 3 Anleitung zum Bau einer Terrarienrückwand von Manuel aus Sauensiek. Diese Anleitung ist sehr ausführlich beschrieben.

Krankheiten

Verdauungsprobleme

Leiden Reptilien an Durchfall sind meist falsche Fütterung oder ein Wurm- bzw. Kokzidienbefall schuld. Neben einer Überprüfung der Futtergewohnheiten, sollte in jedem Fall ein Tierarzt aufgesucht werden. Wird damit zu lange gewartet, trocknen die Tiere aus und verenden.

Verstopfungen können ebenfalls durch Futtermittel verursacht werden, z.B. wenn in größerer Menge schwer verdauliche Nahrung gefüttert wurde. Auch loser Sand als Bodengrund stellt eine potenzielle Gefahr dar. Häufiger liegt die Ursache aber an mangelnder Beleuchtung. Ist die Grundtemperatur im Terrarium zu niedrig, wird der Stoffwechsel herunter gefahren. Ist das der Fall, wird zuerst bei der Enzymbereitstellung für die Verdauung gespart.

Hautprobleme

Hautprobleme werden meist durch Ektoparasiten ausgelöst. Ein Milbenbefall ist nicht selten. Grund hierfür kann mangelnde Hygiene in der Haltung sein. Manchmal liegt es auch an bereits gebrauchten Einrichtungsgegenstände, die nicht desinfiziert wurden und Parasiten einschleppen.

Mykosen (Hautpilzinfektionen) treten bei Agamen meist dann auf, wenn sie zu feucht gehalten werden. Zwergbartagamen sind als Halbwüstenbewohner weniger empfindlich als Wüstenbewohner. Dennoch können auch sie von Hautpilz befallen werden. Ist dies der Fall, ist ein Tierarztbesuch unumgänglich. Der Tierarzt wird eine Pilzkultur anlegen, eine mögliche bakterielle Infektion ausschließen und eine entsprechende Behandlung in die Wege leiten. Noch wichtiger ist die Kontrolle der Haltungsbedingungen, insbesondere Temperatur und Luftfeuchtigkeit wie auch die ausreichende Nährstoffversorgung.

Atemwegserkrankungen

Als Bewohner wärmerer Regionen reagieren Zwergbartagamen empfindlich auf eine zu kalte Umgebung und Zugluft. Schon der Transport ohne isolierendes Transportmittel wie einer Styroporkiste kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Husten, Niesen und Nasenausfluss müssen sofort tierärztlich abgeklärt werden, denn ihnen folgt nicht selten eine lebensbedrohliche Lungenentzündung.

Legenot

Eine Legenot ist weniger daran zu erkennen, dass das Weibchen erfolglos versucht, Eier auszupressen. Die ersten Anzeichen sind minimal, aber sehr wichtig zu erkennen. Eier werden nicht resorbiert, sondern verursachen Eileiter- und Gebärmutterentzündungen, an deren Folge das Weibchen stirbt.

Hat ein Weibchen den Eiablagezeitpunkt deutlich überschritten, gräbt es zwar, zieht sich dann aber ganz zurück, sollte nicht zu lange gewartet werden. Ein fachkundiger Tierarzt sollte es untersuchen, um Komplikationen mittels Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung auszuschließen. Ist das Tier erst einmal apathisch und hat offensichtlich Schmerzen, ist es schon fast zu spät.

Ein weiteres Anzeichen ist das wahllose Verteilen der Eier im Terrarium. Auch dann stimmt etwas nicht und eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchen sollte sicherstellen, dass das Weibchen keine Eier mehr in sich trägt.

Ursachen sind eine dauerhafte Pärchenhaltung mit zu vielen Gelegen hintereinander, schlechte Legebedingungen, Stress durch Artgenossen, eine unzureichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung und ganz selten Eianomalien.

Nekrosen

Als Nekrose wird abgestorbenes Gewebe bezeichnet. Häufig sind Nekrosen eine Folge von Häutungsproblemen. Wird abgestorbene Haut während der Häutung nicht gänzlich abgeworfen, kann sich diese zusammen ziehen und die Blutzufuhr der Gliedmaßen einschränken. Häutungsproblemen wird vorgebeugt, indem kurzfristig die Luftfeuchtigkeit erhöht wird.

Missbildungen

Aufgrund von Inzucht gibt es Zuchtlinien der Pogona henrylawsoni mit genetischen Defekten. Die Tiere haben Verkrümmungen der Wirbelsäule, Fehlbildungen des Schwanzes, z.B. Rollschwänze, oder fehlende Gliedmaßen.

Die Ursache von fehlenden Gliedmaßen liegt noch häufiger an den falschen Haltungsbedingungen. Junge Agamen müssen schon bald nach der Geburt von ihren Geschwistern getrennt werden, denn bereits im Alter von 1-3 Monaten beginnen die Tiere, ihre Kontrahenten zu vertreiben und verletzen sich dabei gegenseitig. Aus diesem Grund fehlen vielen Tieren aus dem Zoofachhandel Teile des Schwanzes, Zehe, Füße oder gar ganze Beine.    

Zucht

Die Zucht von Zwergbartagamen ist auch für Anfänger umsetzbar. Dennoch sollte diese wohlüberlegt sein. Ein Weibchen kann jährlich bis zu fünf Gelege produzieren, mit jeweils über 20 Eiern. Diese Massenproduktion ist jedoch abzulehnen und ist der größte Nachteil der Pärchenhaltung. Die häufigen Gelege zehren die Weibchen aus. In der Natur würden sie es nicht überleben. Dazu kommt, dass alle Nachkommen ein neues Zuhause brauchen. Menschen, die ihre Zwergbartagamen artgerecht halten, sind nicht leicht zu finden. Und nicht jeder ist bereits, die nicht geringen Kosten in die Haltung zu investieren. Hier gelangen Sie zur Züchterliste.

Fazit

Die Haltung einer Zwergbartagame im Terrarium ist eine anspruchsvolle Aufgabe und große Verantwortung. Eine häufig vorherrschende Meinung ist, dass die Zwergbartagame besonders für Terraristik-Einsteiger geeignet ist. Dies bleibt abschließend umstritten. Dennoch ist die Haltung einer Zwergbartagame eine spannende Angelegenheit. Durch die faszinierenden Verhaltensweisen wird es nie langweilig werden. Wenn Sie sich also über die Haltung einer Zwergbartagame genauestens informiert und schlau gemacht haben, das Zwergbartagamen-Terrarium eingerichtet ist, dann kann das Hobby Zwergbartagame losgehen.