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Anleitung zum Bau eines Terrariums aus OSB

Bild 6 © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

Nachfolgend eine vorbildliche, sehr detailierte Bauanleitung für ein Terrarium aus OSB in der Größe 150/70/70 cm.
Die nachfolgenden Bilder sowie die Anleitung stammen von CDG, an dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Mühe und die Bereitstellung!

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Schritt 1 - Das Grundgestell

Bild 1 Das Grundgestell © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

Als erstes legt Ihr fest, welche Außenmaße Euer zukünftiges Terrarium haben soll. In meinem Fall ca. 150x70x70cm.
Solltet Ihr handwerklich nicht so begabt sein, lasst Euch die Platten von einem Schreiner oder einem Bekannten der Erfahrungen im Handwerk hat zuschneiden. Wenn Ihr es selbst machen wollt, geht es jetzt los.

Legt die OSB-Platten am besten auf 2 Böcke und zeichnet die gewünschten Maße auf.
Achtung: Die Platten haben auf der einen Seite eine Nut, auf der anderen Seite eine so genannte Feder. Schneidet am besten beides weg, so erhaltet Ihr gerade Außenkanten.
Nachdem nun die Maße aufgezeichnet wurden, spannt Ihr die Platten mit den Schraubzwingen fest. Noch besser wäre es wenn Euch jemand beim Bau hilft und die Platten fest hält. Ich habe mit dem Bodenbrett angefangen, anschließend folgten der Deckel und die Rückwand. Diese drei Platten werden alle gleich groß!!
Anschließend schneidet Ihr die 2 Seitenteile zu.

Nachdem nun alle Teile fertig sind, zeichnet Ihr euch die Bodenplatte zum bohren an.
Macht Euren Strich 20mm von der Außenkante der Platte und zeichnet diesen rundherum, so das ein Rahmen entsteht. Das gleiche macht Ihr beim Deckel. Bei der Rückwand zeichnet Ihr nur die zwei Seiten an, die Eure Höhe ergeben, also in meinem Fall die 70cm langen Seiten.

Alles angezeichnet? Gut dann geht es weiter.
Nehmt Euch eine Bohrmaschine oder einen Akkubohrer und spannt einen 5er Bohrer ein.
Nun bohrt Ihr im Abstand von ca. 15cm Löcher in Euren vorgezeichneten Rahmen. Die Löcher sollten dabei ziemlich genau in die Mitte des Rahmens.

So, vorerst wäre alles zugeschnitten und gebohrt. Jetzt kommt der Zusammenbau!
Legt wieder die Bodenplatte auf die Böcke. Nun nehmt Ihr die Rückwand (auch hier sinnvoll zu zweit) und stellt sie hinten bündig auf die Bodenplatte. Dann schraubt Ihr die zwei Teile von unten mit Senkkopf-Holzschrauben zusammen. Anschließend schraubt Ihr die Seitenteile fest. Auf dem Boden von unten, an der Rückwand von hinten.
Nachdem Ihr das gemacht habt, sollte das ganze in etwa so aussehen.

Normalerweise solltet Ihr jetzt Reststücke Eurer OSB-Platten übrig haben!! Daraus schneidet Ihr euch nun die zwei Frontblenden. Nur keine Panik, wir gehen es wieder Schritt für Schritt durch. Messt die Innenmaße Eures Kastens oben und unten. Die zwei Maße müssen unbedingt gleich sein, wenn nicht kontrolliert ob Ihr Euch vielleicht verschnitten habt. Wenn die Maße nicht gleich sind ist Euer Kasten auch nicht gerade und Ihr bekommt anschließend große Probleme mit den Scheiben, da diese dann nicht bündig anliegen. Aber da Ihr ja genau gearbeitet habt, passt natürlich alles bestens!!

Ich habe die untere Blende 17cm hoch gemacht, die obere 5cm. Die Obere Blende könnt Ihr erst mal zur Seite legen. Nehmt Euch die untere Blende und zeichnet Euch an wo Euer Lüftungsgitter hin soll. Als Beispiel nehmen wir mal meine Maße. Zeichnet von der unteren Kante 8,5cm an. Auf diese Höhe könnt ihr Euren Bodengrund einbringen. Dann kommen 5cm Lüftungsfläche. Übrig bleiben 3,5cm.

Bild 2 © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

Wichtig ist folgendes: Ihr könnt die 5cm Lüftungsfläche nicht über die komplette Länge der Blende raus schneiden, da diese sonst zu instabil wäre. Teilt es Euch so ein das Ihr drei Öffnungen erhaltet zwischen denen immer ein Stück Blende stehen bleibt. Nicht verstanden? Schaut Euch das Bild mal an (Bild 2).

Besser jetzt? Ich hoffe doch!
Macht Euch keine Sorgen, dass die Lüftungsfläche nicht ausreicht. Sie reicht auf jeden Fall.
Das Gleiche macht Ihr übrigens auch bei Eurem Deckel. Einziger Unterschied: Die Lüftungsflächen werden hier 10cm breit und aus der Mitte des Deckels herausgesägt. Das Ganze macht Ihr übrigens mit der Stichsäge.
Jetzt habt Ihr die Blenden für oben und unten und auch der Deckel wäre soweit fertig.
Nehmt Euch jetzt das Lüftungsgitter.
Die Gitter gibt's in jedem Baumarkt. Nehmt am besten welche mit nicht so großen Lochungen. Die Gitter die ich verwendet habe, waren 25cm breit und 50cm lang. Davon habe ich drei Stück gekauft. Mit der Blechschere habe ich zwei der Gitter anschließend genau in der Mitte durchgeschnitten, so dass ich Streifen von 12,5x50cm erhielt. Diese braucht Ihr für den Deckel. Die Streifen für die untere Blende müsst Ihr schmaler abschneiden, so ca. 7cm.

Die vorerst letzte Arbeit am Grundgestell wäre die Löcher für die Blenden in die Seitenteile zu bohren. Schraubt die Teile aber noch nicht fest, ich erkläre Euch weiter unten auch warum!
Die obere Blende wird später so angebracht, dass der Deckel rundherum sauber aufliegt. Achtet deswegen darauf dass Ihr die Löcher so genau wie möglich in die Seitenteile bohrt. Sowohl obere als auch untere Blende schließen später außen bündig mit dem Kasten ab.

Schritt 2 - Die Rückwand

Bild 3 Und so sah das bei mir aus als alles eingepinselt und trocken war. © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

In jedes Terrarium gehört meiner Meinung nach eine schöne Rückwand.
Nichts leichter als das!

Um es beim Einbau der Rückwand etwas leichter zu haben, lasst Ihr die Blenden vorerst draußen. So kommt Ihr prima in jede Ecke.
Nehmt Euch unterschiedlich dicke Styroporplatten für die Rückwand, sieht besser aus weil nicht alles so einheitlich gerade ist. Ich habe bei mir eine 5cm dicke Platte und eine 8cm dicke verwendet.
Schneidet Euch mit dem Teppichmesser die Platten so zu, das diese anschließend die komplette Rückwand bedecken. In der Höhe lasst Ihr die Platten genau mit Eurem Kasten abschließen. Wenn Ihr die Platten so zugeschnitten habt wie Ihr es wünscht, klebt Ihr sie mit Aquariensilikon an der Rückwand fest.

Um Terrassen oder Sonnenplätze zu gestalten eignen sich Reste von Verpackungsstyropor. Die hat mit Sicherheit jeder daheim, ob vom letzten DVD Player, der Stereoanlage oder vom PC. Man kann Terrassen aber auch aus einzelnen aufeinander geklebten Styroporstücken gestalten. Achtet nur darauf, dass Eure Konstruktionen auch genügend Stabilität aufweisen. Entweder Ihr verstärkt die Aufbauten mit Draht oder Ihr Unterbaut sie (so habe ich es gemacht) mit Styroporstützen.

Bild 4 Und so sah das bei mir aus als alles eingepinselt und trocken war. © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

Habt Ihr Eure gewünschten Sonnenplätze, Terrassen und Höhlen gestaltet, verziert Ihr noch die Rückwand mit einzelnen Styroporstücken. Klebt einfach wild drauf los, sieht anschließend am natürlichsten aus. Ehe ich's vergesse! Für alle Teile die Ihr anklebt, nehmt bitte Aquariensilikon (hat weniger oder gar keine Giftstoffe).

So, jetzt nehmt Ihr Euch schmalere Platten, etwa 3cm, und klebt diese an beide Seitenteile.
Auch auf diese könnt Ihr Reste von Euren Styroporplatten kleben. Achtet darauf, dass Ihr die Styroporplatten an den Seitenteilen nicht bis ganz vorne anklebt. Die Blende muss ja schließlich noch rein und die Scheiben sollen auch sauber abschließen. Lasst ungefähr 2cm bis zur Vorderkante des Kastens frei. Wenn alles so angebracht ist wie Ihr es wollt kommt der nächste Schritt.

Die Styroporplatten sehen ja noch nicht richtig spektakulär aus! Nehmt Euch deshalb einen Pinsel und ein wenig Universalverdünnung. Die Verdünnung zerfrisst das Styropor und bringt dadurch Struktur in das Ganze. Aber vorsichtig!!! Tragt die Verdünnung ganz dünn auf die Platten auf, wenn Ihr zuviel nehmt kann es Euch passieren dass Eure ganzen schönen Konstruktionen zerfressen werden. Lieber etwas weniger genommen und wenn's nicht reicht, anschließend noch mal drüber streichen. Wäre das erledigt, lasst Ihr alles erst mal 1-2 Stunden in der Sonne trocknen (Sonne in Deutschland?!).
Schon trocken? Dann geht's weiter.

Mischt Euch Fliesenkleber an, nicht zu dick und nicht zu dünn, und streicht alles was Ihr aus Styropor gebastelt habt damit ein. Passt auf das auch wirklich alle Stellen mit Kleber eingepinselt werden!! Und ist das fertig, lasst Ihr alles wieder richtig durchtrocknen. Wenn der Kleber nicht richtig trocken ist, kann es passieren dass er hier und dort reißt. Nehmt Euch deswegen Zeit und überstürzt nichts. Ingesamt solltet Ihr die ganze Konstruktion 3-4-mal mit Fliesenkleber einpinseln. Lasst zwischen jedem Anstrich mindestens zwei Tage vergehen.
Und so sah das bei mir aus als alles eingepinselt und trocken war (Bild 3 und Bild 4).

Beim Rückwandbau sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, deswegen beschreibe ich Euch auch nur wie Ihr die einzelnen Teile befestigt und nicht wie Ihr sie zu gestalten oder anzuordnen habt.

Wenn nun alles getrocknet ist, und ich meine richtig trocken, kommt der Anstrich. Abtön-bzw. Volltonfarben bekommt Ihr auch in jedem gut sortierten Baumarkt. Am ehesten eignen sich meiner Meinung nach Braun-, Rot-, und Gelbtöne. Der Grundton wird am besten etwas heller gehalten und mit dunklen Tönen bringt Ihr die Strukturen zur Geltung.
Da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind, gebe ich auch hier keine Ratschläge wie Ihr Eure Rückwand farblich anlegen sollt. Experimentiert ein wenig rum und testet Eure Farbmischungen erst mal auf einem Rest Styropor. Es muss nur unbedingt darauf geachtet werden, dass Ihr Farben auf Wasserbasis kauft. Alles andere könnte Euer(e) Tier(e) krank machen. Lasst auch die Farbe richtig trocknen und streicht ggf. noch mal drüber wenn Euch die Farbe noch nicht so ganz zu sagt.

Die Äußere Gestaltung des Kastens ist auch jedem selbst überlassen. Ob Klebefolie, Farbe oder sogar Putz ist völlig egal. Ich habe mein Terrarium mit den Resten der Abtönfarbe gestrichen, war am günstigsten.

Schritt 3 - Die Fertigstellung

Bild 5 © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

Endspurt!
Nehmt Euren Deckel und die untere Blende und schraubt mit den 16x3mm Senkkopf-Holzschrauben die jeweiligen Lüftungsgitter fest. Verwendet lieber eine Schraube zu viel wie zu wenig und sorgt dafür das keine scharfen Kanten mehr am Lüftungsblech sind an denen sich die Tiere verletzen könnten.
Wenn die Bleche angeschraubt sind dichtet Ihr zusätzlich um die Bleche herum, noch mit Aquariensilikon ab. Jetzt könnt Ihr die restlichen Teile anbringen und das neue Terrarium ist fast fertig. Die Führungsschienen für Eure Glastüren klebt Ihr mit Aquariensilikon an der unteren und oberen Blende fest.

Passt auf das Ihr sie richtig herum anklebt. Die obere Schiene hat höhere Schenkel als die untere. Das hat den Sinn, dass die Schiebetüren anschließend nicht rausfallen!! Hier mein Terrarium nach Anstrich und Zusammenbau (Bild 5).

Wie Ihr seht habe ich rundherum noch Alu-Winkel angebracht. Die erfüllen keinen Zweck, hat mir nur sehr gut gefallen.

Schritt 4 - Die Glas-Schiebetüren

Bild 6 © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

Beim Ausmessen der Scheiben solltet Ihr besonders aufpassen!! Sind die Scheiben zu niedrig fallen sie raus, sind sie zu hoch gehen sie erst gar nicht rein. Lasst die Scheiben höchstens 3mm in die obere Schiene gehen, das genügt und Ihr könnt die Scheiben problemlos reinheben. Die Überlappung der Scheiben in der Mitte kann so um die 10cm betragen.

So das war es nun.
Herzlichen Glückwunsch, Ihr habt ein neues und vor allen Dingen günstiges Terrarium!!

Für abgetrennte Gliedmaßen übernehme ich selbstverständlich keine Verantwortung und sollte Euch der ganze Kram zusammenbrechen habt Ihr wohl was verkehrt gemacht. Nicht böse sein, war nur Spaß!!!

So sieht mein Terrarium übrigens fertig eingerichtet aus (Bild 6).

Zu guter Letzt

Bild 7 © by Christian Di Giandomenico. Vergrößerung durch Mausklick.

Es wäre noch anzumerken, dass sich die Bauweise aus OSB-Platten eher für Trocken/Wüstenterrarien eignet. Um so eine Konstruktion einigermaßen Feuchtigkeitsresistent zu machen, bräuchte man Unmengen von Epoxydharz und das hat seinen Preis. Ich pflege in meinem Terrarium eine Pogona Vitticeps und das bisschen Sprühwasser beschädigt Euch da nichts, keine Sorge.

Zur Beleuchtung habe ich bewusst keine Angaben gemacht, weil hier die Meinungen zu weit auseinander gehen.

Ich hoffe ich konnte Euch alles einigermaßen verständlich erklären, entschuldige mich schon mal vorweg für etwaige Rechtschreibfehler und hoffe dass ich nichts Relevantes vergessen habe.

Viel Spaß und viel Erfolg

© CDG

Anmerkung von Obi:
CDG hat sein Terrarium zum Schluß noch verkleidet (siehe Bild 7), wahrscheinlich mag er kein OSB ;-) Nochmals vielen Dank für Deine Mühe!!!


Habt Ihr noch Ideen, Anleitungen und Bilder rund um das Thema "Terrarienbau"? Dann setzt Euch bitte mit mir in Verbindung, danke!!!

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