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12.12.2007
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Nachfolgender Erfahrunsbericht stammt von Bernd Stassen, von dem auch die einzigartige Terrarien-Großanlage ist! Wir bedanken uns, dass wir den Bericht auf Zwergbartagamen.de veröffentlichen dürfen! Wenn Ihr eine Auswahl seiner Tiere sehen wollt, so klickt bitte hier. |
Im Folgenden möchte ich Ihnen meine Erfahrungen beim Bau von Großraumterrarien und die damit verbundenen Aspekte zur „Sinnvollen“ Ausleuchtung mitteilen. Anzumerken sei an dieser Stelle, dass sich der Bau und die Gestaltung der hier aufgezeigten Terrarien über einen Zeitraum von mehreren Jahren entwickelte. Am Anfang stand nur die Idee, den Tieren eine möglichst naturnahe Unterbringung zu schaffen, welche sich zunächst als schwer realisierbar rausstellte. Doch nach einigen Überlegungen und vielen Zeichnungen stand das Grundgerüst zum Bau meiner ersten Großraumanlage fest. Es sollte so konstruiert werden, dass ich in die Möglichkeit habe, die Terrarien durch eingesetzte Scheiben zu unterteilen.
Die Unterkonstruktion baute ich aus einen Stahlrohrrahmen aus Vierkantrohr. Die Bodenwanne wurde aus einen unverwüstlichen Kunststoff (PE-Polyethylen), der zudem auch lebensmittelneutral ist, gebaut. Die Verarbeitung des Materials erfolgt durch sägen, bohren und verschweißen. An vorbestimmten Stellen baute ich aus diesem Material tiefere Wannen ein, die es den Tieren ermöglichen sollten lange,feste Gänge zu graben und ebenso Ihre Eier abzulegen. Diese Wannen weisen eine Tiefe von bis zu 30cm auf. Die Rückwandgestaltung wurde wie von mir hier beschrieben umgesetzt.
Im Laufe der Jahre wurden so etliche Quadratmeter Rückwände gebaut. Doch nach jeder abgeschlossenen Aktion wurden immerwieder Kleinigkeiten verbessert oder geändert. Zitat Thomas Ackermann: Welcher Hobbyenthusiast verträgt schon konstruktiven Stillstand? Nachdem die Felsen montiert waren musste eine vernünftige Beleuchtung installiert werden. Da in meinen Terrarien ausschließlich Wüstenbewohner gepflegt werden und diese geradezu Sonnenanbeter sind kam für mich nur eine hochwertige Beleuchtung in Form von HQI-Strahlern in Frage. Das Nordamerikabecken mit einer Grundfläche von fast 3qm und einer Höhe von 1,40mtr. wird demnach mit 3X70W HQI (NDL), 2X58W und 2X18W Leuchstofflampe (Daylight) ausgeleuchtet. Für die benötigten Wärmeinseln stehen den Tieren 3 Stellen zur Verfügung, die zu unterschiedlichen Zeiten mit 40 oder 60W Reflektorlampen bestrahlt werden. Um diese Lampen ins Terrarienbild einzupassen, habe ich Stahlrohr gebogen und an dessen Ende die Fassung samt Reflektor montiert. Das Rohr wurde dann mit Isolierung aus dem Heizungsbereich umwickelt und mit Mörtel und Farbe bestrichen. Unter diesen Lampen steigen die Temperaturen bis 50 Grad. So können sich die Tiere auf Betriebstemperatur bringen. Die HQI`s habe ich in sogenannten „Halfenschiene“ montiert, die es mir ermöglicht, die Strahler in Längsrichtung zu verschieben und so eine höhere Flexibilität für die Positionierung zu bekommen. Um Brandverletzungen der Tiere durch springen auf die kastenförmigen Strahler zu vermeiden bekamen diese eine Abdeckung aus Alublech, welches mit 15mm langen Distanzhülsen montiert wurde. So finden die Tiere keinen festen Halt und rutschen im gleichen Moment runter, derartige Srünge konnte ich bei meinen Tieren allerdings noch nicht beobachten.
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Für die UV-Licht-Versorgung wird täglich über ein Zeitrelais, welches mit einer Funkfernbedienung angesteuert wird, eine 300W Ultra-Vitalux für bis zu 1 Stunde eingeschaltet. Ich verwende in meinen Terrarien ausschließlich diese Variante, um zu gewährleisten, dass ich selbst im Hause bin, denn wie jeder Terrarianer weiß, werden diese Lampentypen sehr heiß und bei einer eventuellen Nichtabschaltung kann sich der Deckenbereich schnell auf zu hohe Temperaturen erhitzen, was einen Brand auslösen könnte. Um die Wärme der Vorschaltgeräte von den Leuchtstofflampen zu nutzen, habe ich diese in eine Art Luftkamin eingebaut, der aus Stahlblech gebogen durch die Bodenplatte ins Terrarium führt. Dies brachte mir den Vorteil die doch relativ hohe Wärmeentwicklung der konventionellen VG`s direkt ins Terrarium zu bringen. Durch die Aufsteigende Warmluft findet auch ein relativer Luftaustausch im Becken statt. Als Abdeckung und gleichzeitigen Wärmespeicher dient eine ca. 12 mm dicke Schieferplatte. Da meine Terrarien keine direkten Lüftungsschlitze im vorderen, unteren Bereich haben musste stattdessen ein elektronisches Thermostat eingebaut werden, welches nach voreingestellter Zeit die Temperatur im oberen Beckenbereich abfragt und ggf. bei Überschreitung von 41 Grad durch einschalten mehrerer kleinere 80er-Lüfter be,-und entlüftet. Die Drehzahl der Lüfter kann durch ein Steckernetzteil in 6-Stufen geregelt werden. Frische Luft wird ins Becken geleitet, warme Stickluft wird aus dem Becken gezogen. So erhalten die Tiere auch den notwendigen Gasaustausch. Die Schaltdifferenz vom Thermostat liegt bei 2 Grad, was bedeutet, dass die Lüfter nach Absenkung der Temperatur im Terrarium um 2 Grad wieder abschalten. Bei einen Raumvolumen von mehreren Kubikmetern bedarf es schon eine gewisse Zeit, bis das die Lüfter abschalten. Zusätzlich wird die Luft innerhalb des Beckens mehrmals täglich durch baugleiche Lüftern umgewälzt. Die Ansteuerung hierfür erfolgt durch einfache Zeitschaltuhren. Den weitaus größeren Teil der zeitgesteuerten Funktionen übernehmen bei mir die kompakten Zeitschaltuhren der Firma „Theben“, welche sich platzsparend auf eine sogenannten „Hutschiene“ montieren lassen. Ich benutze hierfür 2-4-kanälige Zeitschaltuhren.
Ähnliches gilt für meine anderen Terrarien, die ich ebenfals im Kellerbereich gebaut habe. Hier variiert die Ausleuchtung lediglich bei der Wattzahl der HQI`s. So wird der Bereich für die Uromastyx (2qm) mit 70 und 150W ausgeleuchtet. Die Vitalux findet in jedem Becken Anwendung. Eine von mir konstruierte und montierte Beregnungsanlage ist zwar funktionstüchtig, allerdings habe ich noch nicht die beste Bedüsung gefunden. Derzeit plane ich einen Versuch mit Düsen von Namiba-Terra. Diese sind an einen Druckbehälter, der ein Volumen von ca. 5 Liter Wasser hat, angeschlossen. Mit einen Duckluftpolster von 6 bar und einen zwischengeschaltetes Magnetventil wird das Wasser über ein Schlauchsystem in die einzelnen Becken geleitet. Da diese Methode allerdings Ihre Tücken hat tut es momentan auch die altbewerte Technik mit dem Drucksprüher. Nachdem das Projekt im Keller beendet war plante ich den Bau eines Wintergartens für die Haltung von Reptilien aus den Wüstengebieten. Nach mehrmonatiger Bauzeit konnte ich mit dem Innenausbau des Wintergartens, der eine Grundfläche von ca. 14 qm hat, beginnen. Bis auf kleine Änderungen wurden die Felsrückwände und Beleuchtung ähnlich wie bei meinen ersten Projekt umgesetzt. Da es sich hierbei um eine Wintergartenhaltung handelt, konnte ich aufgrund der Südlage die Beleuchtung der Becken für die Sommermonate minimieren. Trotzdem befindet sich in allen Becken eine oder mehrere HQI`s, Spotstrahler und Vitalux, die je nach jahreszeitlichen Bedarf zu oder Abgeschaltet werden. Hierbei ist es aufgrund der Sonneneinstrahlung und die damit Verbundene Wärmeentwicklung im Wintergarten unerlässlich eine automatische Markise, die auf Wind und Sonnenwerte reagiert, zu montieren. Ebenso findet eine Thermostatsteuerung Anwendung, die bei ca. 36-37 Grad Raumtemperatur einen großen Teil der Leuchtkörper abschaltet. Eine zusätzliche Be und Entlüftung mit 2 Schaltschranklüftern kann nach Bedarf eingeschaltet werden. Während der Wintermonate wird der Raum durch 2 Heizkörper temperiert. Um auf strenge Winter schnellsten zu reagieren, habe ich die Überwinterungsbereiche der Tiere im Bodenbereich der Terrarien mit mehreren schwachen Bodenheizungen ausgestattet. Diese wurden jedoch noch nie benutzt.
Abschließend möchte ich noch kurz meine Hausgenossen erwähnen, welche sich seit einigen Jahren in meinen Anlagen tummeln.
Tierbestand Bernd Stassen (12.12.2007):
- 1,3 Chuckwallas (Sauromalus ater, ehem. obesus)
- 1,1 Halsbandleguane (Crotaphytus c. collaris)
- 1,2 Stachelleguane (Sceloporus magister)
- 1,1 Dornschwänze (Uromastyx a. nigriventris)
- 1,0 einsamer Stachelleguan (S. magister)
- 1,1 Halsbandleguane (Crotaphytus c. baileyi auriceps)
- 1,1 Bartagamen (Pogona vitticeps), meine Oldies - mittlerweile fast 10 Jahre alt
- 1,1 Blaue Felsenleguane (Petrosaurus thalassinus) - noch ganz frisch
- 1,1 Stachelschwanzwarane (Varanus acanthurus) - im Wintergarten
- 1,2 Zwergbartagamen (Pogona henrylawsonii) - im Wintergarten
- 1,2 Bartagamen (Pogona vitticeps) - im Wintergarten
(c) by Bernd Stassen, Kevelaer (20.12.2007)
Weitere Anleitungen auf www.zwergbartagamen.de:
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| Wenn Ihr auch eine schöne Anleitung zum Bau eines Terrariums habt, dann nichts wie her damit! Bitte schickt eine eMail an info (ät) zwergbartagamen.de. |


























